Geschichte

Die Historie der Segelfliegergruppe Wendlingen e.V

Die Anfänge der Fliegerei in Wendlingen gehen bis in das Jahr 1929 zurück. Damals schlossen sich einige Wendlinger und Ötlinger zu einer losen Segelfliegergruppe zusammen. Die Flieger der ersten Stunde waren Albert Sigler, Karl Zaiser und Alfred Röhm. Kurze Zeit später kamen Eugen Kaiser (Maler) und Emil Benner hinzu.

Historischer Flugzeugbau

Im Jahre 1934 wurde dann in Wendlingen eine eigene Fliegergruppe gegründet. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs umfasste die zwischenzeitlich in die NSFK übernommene Gruppe bereits 60 Mitglieder. Unter ihnen befand sich der spätere Chefpilot der Lufthansa, Werner Utter. 22 Flieger aus Wendlingen kamen im Zweiten Weltkrieg ums Leben.

Nach Kriegsende verbot die alliierte Militärregierung die Sportfliegerei.

Am 13. April 1950 vereinigten sich die bestehenden Fliegergruppen Wendlingen, Köngen und die Werksgruppe Heinrich Otto zur Segelfliegergruppe Wendlingen-Köngen, Werksgruppe Heinrich Otto. Dabei wurde Alfred Röhm zum Vorsitzenden gewählt. Die Fluglehrer waren neben dem Vorstand selbst Otto Schäuble, Gottlob Schober und Albert Sigler. Ein ehemaliger Prüfstand für Schnellbootmotoren der Firma Daimler-Benz auf dem Werksgelände der Firma Otto diente als Werkstatt. In ihr wurden die Schulgleiter SG 38 und eine Startwinde gebaut.

Das Fluggelände der Gruppe befand sich bis zur Eröffnung der Hahnweide 1954 in Dettingen unter Teck. Weitere wurden bei der Teck, am Roßfeld, in Breithülen und in Oberboihingen (hinter der Firma Hildebrand) benutzt. Auf dem Wendlinger Neckarwasen fanden jeweils im Frühjahr und Herbst Flugtage statt.

1958 trennte sich die vereinigte Segelfliegergruppe, eine eigene Wendlinger Gruppe entstand erneut. Vorsitzender wurde zunächst Alfred Röhm (bis 1965). Röhm gelangen hervorragende fliegerische Leistungen: 1961 stellte er in Fayence einen französischen Höhenrekord mit 10400m auf. 1963 erreichte er bei einem Gewitterflug auf der Hahnweide die Höhe von 10000m und stellte einen Geschwindigkeitsweltrekord mit 138,3 km/h im Dreiecksflug auf. Schließlich wurde er 1965 Landesmeister auf der BS 1.

1965 löste ihn Erich Strähle im Amt des Vorsitzenden ab (bis 1969).

Bereits 1962 entstand in Eigenleistung (zusammen mit dem Kleintierzüchterverein) das gemeinsame Vereinsheim mit angebauter Halle. Diese dient bis heute der Segelfliegergruppe als Werkstatt und dem Kleintierzüchterverein als Ausstellungsraum.

Historischer Flugzeugbau

Von 1969 bis 1990 übte Heinz Aldinger den Vorsitz aus. Auch in dieser Zeit setzte sich der Wandel in der Flugzeugtechnik fort. Wurden früher die Flugzeuge hauptsächlich aus Holz und Leinwand gebaut, so setzte man nun vermehrt glasfaserverstärkte Kunststoffe ein. Das Vereinsmitglied Björn Stender gilt als Pionier dieser Technik. Er konstruierte und baute die BS 1 (Björn Stender 1):

Derzeit bilden drei moderne Segelflugzeuge und ein Motorsegler den Flugzeugpark des Vereins. Die Flugzeuge starten in der Regel auf der Hahnweide.

Auch weiterhin besitzt die Werkstattarbeit große Bedeutung. Im Jahr 1993 wurde die Startwinde mit einem neuen Antrieb ausgestattet und so den neuen Sicherheitsvorschriften angepasst.

Im Jahr 2001 umfasst die Segelfliegergruppe unter ihrem Vorsitzenden Manfred Kempf (seit 1991) 64 Mitglieder.